Der Einsatz der Matrix-Rhythmus-Therapie in der Logopädie

Eva Büchel

 

Eva Büchel ist Leiterin der LOGOART Stuttgart, einer Praxis für Logopädie, Lerntherapie und Kommunikation. Ergänzend zu ihren Therapieangeboten hat sie die Matrix-Rhythmus-Therapie integriert. Sie empfindet sie als echte Bereicherung für die Logopädie und bei der myofunktionellen Therapie. „Das Matrixmobil ist mein kleiner Schatz“, sagt sie. „Ich habe es jeden Tag im Einsatz.“

 

 

Die Matrix-Rhythmus-Therapie begeistert in der Logopädie

„Nach nur drei Monaten im ständigen Einsatz in meiner Logopädie-Praxis“, sagt Eva Büchel, „kann ich mir ein Arbeiten ohne dem Matrixmobil schon gar nicht mehr vorstellen.“

Einer der Praxis-Schwerpunkte von Eva Büchel ist die Logopädie für Kinder. Hier hat sie die Matrix-Rhythmus-Therapie bei zahlreichen Beschwerdebildern im Einsatz

„Bei einem meiner Patienten mit einer neurologischen Krankheit mit starken Einschränkungen beim Sprechen und Schlucken kam es schon nach der zweiten Behandlung zu einer Überraschung, mit der wir beide nicht gerechnet haben: Zum ersten Mal seit langem, konnte er besser sprechen, die Atembögen waren länger und er konnte sich besser artikulieren.“

„Was mich selbst begeistert bei der Matrix-Rhythmus-Therapie“, sagt Eva Büchel, „sie hat einen Einfluss auf Ebenen, an die wir gar nicht gedacht haben. Eine Patientin schilderte mir, dass ihre Migräne-Anfälle nicht mehr wiederkamen, seit sie mit der Matrix-Rhythmus-Therapie behandelt wird. Ich behandelte sie eigentlich, weil sie immer wieder starke Krämpfe in der Atemmuskulatur bekam.“

Kontraproduktiv in der Schlucktherapie: Anspannung der Grundmuskulatur

„Ein Patient hat so starke Schluckstörungen, dass egal wann und was er isst, er sich ständig verschluckt, schon beim ersten Bissen. Das ist nicht leicht, diese Situation als Therapeutin zu begleiten. In der Klinik haben sie ihm das Essen und Trinken verboten. Er darf allenfalls einen halben Teelöffel Götterspeise unter Aufsicht zu sich nehmen. Das Problem dabei ist: er mag keine Götterspeise.“

„Ich habe ihn mit der Matrix-Rhythmus-Therapie an der Halsmuskulatur behandelt, da er an bestimmten Stellen sehr verspannt war. Es kam dabei zu spontanen Hustenreizen, ohne dass er gegessen oder getrunken hat. Nach einer halben Stunde mit der Matrix-Rhythmus-Therapie war die Muskulatur weich und wir machten unser Schlucktraining.

Er konnte unmittelbar danach unter Anleitung seine erste Brezel essen, ohne dass er sich dabei ein einziges Mal verschluckt hat.“

Die Angst vor dem Schlucken

„Es ist ganz klar, dass der Patient in diesen Fällen sich sehr verspannt, weil er Angst vor dem nächsten Wiederverschlucken hat. Seine Grundmuskulatur ist angespannt. Die Erfahrung, die er machen darf, wenn diese Grundmuskulatur wieder gelockert wird, durchlässig schwingt – ist für ihn von unschätzbarem Wert.“

Eva Büchel weiß von einigen Fällen dieser Art zu berichten.

„Zu uns kommen zum Beispiel auch Kleinkinder mit Fütterstörungen. Bei Schluckbeschwerden, die keine organische Ursache haben, sind im Hintergrund sehr oft Kompensationsspannungen, nicht abgebaute Reflexe oder allgemeine Verspannungen in der Grundmuskulatur. In diesem Bereich kommen wir mit der Matrix-Rhythmus-Therapie sehr effektiv und vor allem nachhaltig ans Ziel.“

Zum ersten Mal ‚Maultäschle‘ gegessen

Bei dem nächsten Patientenfall geht es um ein 13 Monate altes Baby mit SMMCI-Syndrom.

„Bei diesem Syndrom weiß man noch nicht, wie stark sich die Störung auf die Entwicklung auswirken wird. Aufgrund der Nasengangstenose sind die Funktionen im orofazialen und myofunktionellen Bereich eingeschränkt.“

Kinder werden bei Eva Büchel manchmal nur für 15 Minuten behandelt. Wichtiger ist ihr, dass ihre Bewegungsfreude nicht blockiert wird

„Als das Kind zu mir in die Behandlung kam, hatte es schon von Anfang an regelmäßig hochfrequente Therapie und hatte sich schon prächtig und regelrecht entwickelt. Doch mit dem Essen hatte es noch nicht geklappt“, erzählt Eva Büchel. „Ich habe gesehen, dass es bei den Schluckversuchen den Rücken und den Hals immer sehr überspannt hat. Auch die Gesichtsmuskulatur wies beim Schlucken eine kompensatorische Spannung auf. Demnach waren diese Partien bei dem Baby unter starker muskulärer Spannung.“

„Ich habe das Kleinkind mit der Matrix-Rhythmus-Therapie behandelt, als es in Bauchlage gespielt hat. Das erste Mal vielleicht 15 Minuten, das ist schon ganz schön viel bei einem so kleinen Kind. Die Woche darauf waren die Spannungen schon viel weniger, nach zwei Behandlungen konnte das Kind zunächst noch mit Hilfe von manueller Unterstützung im Rücken das erste Mal frei und ohne Kompensationsspannungen schlucken. Was haben wir uns alle gefreut als es das erste Mal ‚Maultäschle‘ gegessen hat … der Kleine, die Mama und ich.“

Der Einsatz der Matrix-Rhythmus-Therapie bei der Stimmtherapie

Besonders auch in der Stimmtherapie fallen Frau Büchel sehr viele Patienten ein und da kommt sie leicht ins Schwärmen: „Stimme ist immer Schwingung und ist stark abhängig von Rhythmus und Spannung. Der Atemrhythmus und die Qualität der Atmung ist hier wesentlicher Faktor für die Stimme.“

Doch für die Atembewegung ist unsere gesamte Körperspannung ausschlaggebend. Frau Büchel erklärt das so: „Das kennt jeder von sich, wenn er müde oder übermäßig gut gelaunt ist – in beiden Fällen zeigt sich unsere Stimmung auch in unserer Grundspannung des Körpers und in der Qualität unserer Atmung. Wir haben so viele Patienten mit unterschiedlichen Stimmproblemen in unserer Praxis, dass es hier nur einen groben Fahrplan für die Therapie geben kann.“

Denn eines ist sicher: Stimme ist eng an unsere Person (personare = durchtönen) gebunden und ein zutiefst innerer Ausdruck unserer Persönlichkeit. Jede noch so feine Spannung, sei es ein Zuviel oder Zuwenig, zeigt sich in der Atmung und in der Stimme.

„Oftmals können wir durch unsere Hörgewohnheit unsere Stimme bis zu einem Grad gut kompensieren. Nicht aber unsere Atmung – sie ist wie ein Seismograf unserer inneren Vorgänge. Mit der Matrix-Rhythmus-Therapie im Bereich der Stimmtherapie stehen uns alle Wege offen, da sie Spannungen ausgesprochen sanft bis in die Tiefe auflösen kann, was sich nicht nur positiv auf die Resonanzfähigkeit auswirkt. Mit dem entsprechenden Knowhow der aufbauenden Übungen kommen wir somit oftmals viel schneller aber vor allem nachhaltig zu einer klaren und tragfähigen Stimme; die Atmung kann wieder freier schwingen und somit der Stimme zu mehr Ausdruck verhelfen.

Logopädie und Matrix-Rhythmus-Therapie bei Schlaganfall

„Ein weiterer Patient von mir, ist ein Schlaganfall-Patient. Er bekommt jeden Tag die unterschiedlichsten Therapien und ich hatte bei ihm zweimal die Woche Hausbesuche, da er eine schwere Aphasie hatte.“

„Als ich vor drei Monaten mit der Matrix-Rhythmus-Therapie begonnen habe, habe ich ihn auch damit behandelt, da er immer wieder Krampfanfälle bekam. Das Feedback dieses Patienten war so positiv, dass ich ihn jetzt viermal die Woche besuche. Zweimal für die Logopädie, zweimal extra zur Matrix-Rhythmus-Therapie. Mit folgendem Ergebnis: Mein Patient hatte regelmäßig schmerzhafte Krampfanfälle im Halsbereich das schon über die letzten beiden Jahre immer wieder. Seit der Matrix-Rhythmus-Therapie hatte er keinen einzigen Krampfanfall mehr. Diese Ergebnisse möchte ich sichtbar machen.“

Im Dauereinsatz in der Logopädie Praxis – und privat!

„Ich habe das Matrixmobil jeden Tag dabei“, erzählt Eva Büchel. „Wir erzählen es auch unseren Fachkollegen weiter und schreiben das auch in die Therapieberichte. Das muss unbedingt weitererzählt werden.“

In ihrer Logopädie-Praxis ist das Matrixmobil im Dauereinsatz. „Es gehört in meine Schatzkiste“, sagt Eva Büchel

„Doch ich nutze es auch privat. Für Familie und Freunde mit den üblichen Wehwehchen – jeder, der es ausprobiert hat, war begeistert!

So kommen nun auch immer mehr Patienten in meine Praxis, die nicht zur logopädischen Therapie wollen. Rückenschmerzen, Nackenschmerzen, Ischiasbeschwerden, Piriformis-Syndrom, Migräne, Knieschmerzen, Hüftschmerzen, Empfindungsstörungen in den Händen und Füssen, Fersensporn, Unbeweglichkeit der Halsmuskulatur, Frozen Shoulder, CMD, Karpaltunnelsyndrom. Alle diese Patienten und Klienten haben oft schon eine lange Odyssee an Arztbesuchen und Behandlungen hinter sich. Schon nach der der ersten Behandlung, die üblicherweise eine Stunde dauert, spüren fast alle eine deutliche Verbesserung oder Linderung der Schmerzen. Dazu bilde ich mich bei Dr. Randoll in der „intensiven Anwendungspraxis“ weiter und habe dieses Jahr auch am 21. Internationalen Matrix Kongress teilgenommen.

Zuerst habe ich ja über die Pferde von der Matrix-Rhythmus-Therapie erfahren. So nehme ich es heute auch in den Stall mit, wir haben selbst ein Pferd. Dort erlebe ich dann, dass die Leute erst skeptisch schauen, was man hier mit einem Gerät macht. Doch dann kommen schon die ersten Fragen. Kannst du das auch bei mir machen? Ich habe da etwas an der Sehne…“