Rhythmus und Schwingung – Grundfunktionen der Zelle und des Gehens

Unser Fuß als Spiegel der Körperkoordination

von Thomas Rogall, Fuß-Schule München

Spiralige Verwindung des Körpers beim menschlichen Kreuzgang

Wird der Fuß bei der Landung auf dem Boden abgebremst, verursacht dies einen heftigen Stoß. Es wirken Schwerkraft, Bodenreaktionskraft und eine hohe Bremskraft. Wenn Sie mit dem Kopf gegen ein Hindernis stoßen, spüren Sie, wie groß die einwirkenden Kräfte beim Abbremsen eines beschleunigten Körpers sind.

Beim Gehen werden diese Stoßwellen besonders in Muskeln, Bindegewebe und Knochen aufgenommen und in Aufrichtung und Schwung für die Fortbewegung des Körpers umgesetzt. Voraussetzung dafür ist die Schwingungs- und Resonanzfähigkeit des Körpers. Also die Elastizität und Schwingungsfähigkeit auf zellulärer und extrazellulärer Ebene, besonders in Muskel und Bindegewebszellen.

Was macht unser Fuß?

Der Fuß dient unserem Nervensystem dabei als Spiegel der gesamten Körperkoordination. In ihm entsteht in jeder Schrittphase ein Abdruck der Bewegung des Körpers über dem Fuß. Da wir zwei Füße haben und sich unter der Körpermitte kein Fuß befindet, müssen wir den Körper über dem Fuß balancieren.

Bei jedem Schritt entsteht durch das Abbremsen des landenden vorderen Fußes eine energiereiche Stoßwelle, die den ganzen Körper durchläuft.

Das Becken sollte dabei als Drehpendel Bremskräfte in Schwung für die andere Seite wandeln. Der Oberkörper mit den Armen dreht entgegengesetzt. Durch die gegensinnige spiralige Verwindung des Rumpfes wird unser Körper über den Füßen stabil und in der Folge auch unsere Füße selbst.

Warum entstehen Schmerzen im Fuß?

Das lebenslange Einwirken der Schwerkraft und der starken Brems- und Beschleunigungskräfte bei jeder Bewegung, führen im menschlichen Körper bei einer ungünstigen Koordination zu starken Veränderungen.

Die häufigste Entstehungsgeschichte eines Hallus Valgus: Die Instabilität des Beckens

Besonders am Fuß wird dies deutlich, da der Fuß den größten formenden Kräften ausgesetzt ist. Er hat als einziger Körperteil Kontakt mit dem Boden.

Der Körper sollte sich so über den Fuß bewegen, dass die aufgerichtete und stabile Ferse für eine gleichmäßige Lastverteilung auf unsere fünf Fußstrahlen sorgt. Wenn die Ferse nach innen oder außen kippt oder während der Belastung wackelt, wird der Fuß nicht im Sinne der Gewölbekonstruktion belastet. Bei einer ungünstigen Körperkoordination hat die kleine feinmotorische Muskulatur des Fußes keine Chance gegen die hohen Druckkräfte halt zu bieten.

Wenn man bedenkt, wie viel Schritte wir jeden Tag gehen, können dann über Jahre hinweg schmerzhafte Probleme und Gesundheitsschäden die Folge sein. So entstehen Fehlstellungen wie Hohlfuß, Knick-Senk-Spreizfuß, Hallux valgus, Krallen- oder Hammerzehen mit Überlastungen einzelner Gewebe und sich daraus entwickelnden schmerzhaften Symptomen.

Der Einsatz der Matrix-Rhythmus-Therapie in der Fuß-Schule München

Durch die Anwendung der Matrix-Rhythmus-Therapie bei unseren Patienten haben wir ein hocheffizientes therapeutisches Werkzeug zur Hand. Bei einer muskulären Verspannung ist der Wirkungsgrad der Zellen und somit auch unsere Effizienz beim Gehen vermindert. Dank der Matrix-Rhythmus-Therapie können wir verspannte Muskeln nachhaltig in einen energieeffizienten Zustand zurückversetzen.

Durch die Verbindung der Matrix–Rhythmus-Therapie mit dem Konzept der Fuß-Schule München ist es möglich, Leichtigkeit und Harmonie durch das Zusammenwirken von Bewegungskoordination und Zellstoffwechsel beim Gehen zu gewinnen. Der Stoffwechsel in der extrazellulären Matrix wird von der rhythmischen Schwingung der Muskelzellen und durch die von außen einwirkenden Stöße durch das Abbremsen des Fußes beim Gehen entscheidend beeinflusst. Unsere Muskulatur ist Antriebsorgan für den zellulären Mikrostoffwechsel und garantiert durch ihre Resonanz und Aktivität Fortbewegung in Raum und Zeit.

Thomas Rogall

Autor: Thomas Rogall ist Leiter der Fuß-Schule München, Physiotherapeut und Fachbuchautor.

Seine Bücher „Die Kunst des Gehens“, „Hallux valgus – die besten Übungen zur Selbsthilfe“ und „Was tun bei schmerzenden Füßen“ sind im Nymphenburger Verlag erschienen. Weitere Infos finden Sie unter www.fussschule.com.

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